Erst einmal war der Acer Travelmate 5742Z an der Reihe. Lief bislang mit Windows 7 und relativ stabil, wenn auch wirklich ziemlich langsam. Dann also einmal das volle Programm, Backup, alte Festplatte raus, mehr RAM & neue SDD rein und Windows 10 installiert. Bis dahin, keine Probleme. Dann erwischte ich das typische "nur bei Windows"-Problem: Treiber.

Acer hält es offensichtlich nicht für nötig bei einem bis Mitte 2012 verkauften Laptop noch Treiber für aktuelle Betriebssysteme verfügbar zu halten, die aktuellsten offiziellen Treiber datieren meist auf 2010 bzw. 2011. Schon damals – Windows 8 stand schon in den Startlöchern – ließ man die Kunden im Regen stehen und aktualisierte die Treiber nicht mehr für das nächste Betriebssystem. Natürlich hat man im Hause Acer ebenfalls kein Interesse Treiber für das Notebook Windows 10-tauglich zu machen. Sollen die Kunden halt neue Hardware kaufen, denkt man sich dort. Auf eine entsprechende Anfrage bekam ich gesagt, dass "normalerweise alles funktionieren sollte", mehr könne man nicht mehr tun. Ja vielen Dank auch.

Das meiste hat ja auch gut funktioniert, aber mich nerven schon die Details. Beispielsweise gibt es keinen Treiber, der spezielle Einstellungen für das Touchpad unter Windows ermöglicht. Das integrierte Touchpad wird zwar erkannt und kann alle Grundfunktionen, eine Konfiguration oder erweiterte Einstellungsmöglichkeiten sind nicht möglich. Gut für mich, dass die Besitzerin des Travelmate mit Touchpads nicht zurecht kommt und nur mit Maus steuert, allerdings war für sie ein wenig Eingewöhnungszeit vonnöten. Dank des tollen Standardtreibers ist es nämlich nicht möglich Tap to Click zu deaktivieren, was anfangs zu ungewollten Klicks beim Schreiben auf der Tastatur führte. Das Touchpad ist nun nämlich des Weiteren extrem empfindlich, was sich ja nun ebenfalls nicht anders konfigurieren lässt.


Die zweite Glanzleistung folgte dann von Lenovo. Das Lenovo G70-80 ist mit den Anforderungen "möglichst groß, möglichst günstig, möglichst schick" eigentlich ein guter Schnapper, vor allem zum damaligen Preis von knapp 350 Euro. Es macht äußerlich und von der Verarbeitung einen klasse Eindruck. Nachdem ich dort eine größere SSD eingebaut und mehr RAM spendiert hatte, lief Windows 10 innerhalb weniger Minuten. Fast wäre dies nach sehr, sehr langer Zeit der erste Windows Laptop/PC gewesen, den ich ohne jedwede Probleme oder Unzulänglichkeiten aufgesetzt habe. Doch dann kamen natürlich – wie sollte es auch anders sein – Treiber ins Spiel und machten mir einen Strich durch die Rechnung.

Lenovo bot nämlich bis Windows 7 das sogenannte Lenovo Energy Management Tool an. Dieses war auf neuen Laptops mit OEM Windows bereits vorinstalliert. Die Hauptaufgabe dieses Tools ist es den Akku des Laptops zu schützen, vor allem wenn dieser vorwiegend am Strom betrieben wird. Dies erreichte das Tool dadurch, dass der Akku maximal bis 60% aufgeladen wurde und der gesamte Aufladeprozess durch das Tool optimiert wurde.

Doch was hat das Lenovo Energy Management mit einem Laptop zu tun, der neu und ohne vorinstalliertes Betriebssystem angeliefert wurde und dessen SSD durch eine andere brandneue ersetzt wurde? Eigentlich nichts, so dachte ich jedenfalls. Praktisch lud der Laptop unter Windows 10 den Akku nur bis 60% auf, nicht weiter. Mehrmaliges Aufsetzen von Windows 10 brachten keine Besserung. Auch im offiziellen Lenovo Forum war man so ratlos wie ich und konnte mir nicht weiterhelfen.

Das muss man sich mal vorstellen. Da wird ein Laptop neu und ohne Betriebssystem gekauft und trotzdem scheint irgendwo im BIOS noch eine Softwaresteuerung zu sitzen, die nur von einem Tool angesprochen werden kann, welches ausschließlich unter Windows 7 installiert werden kann. Was hat sich Lenovo denn dabei bitte gedacht? Laut Lenovo soll das Energiemanagement jetzt von Windows 10 übernommen werden und eine Aktualisierung des Tools für neuere Betriebssysteme ist gar nicht mehr nötig. Werden die Kunden ja schon irgendwie mit klarkommen.

Der Workaround: Wird der Laptop aufgeladen während Windows nicht aktiv ist (also im Ruhezustand oder ganz ausgeschaltet) greift die 60% Sperre nicht. Schaltet man dann Windows mit z.B. 61% Restakku wieder an, lädt der Akku ganz normal bis 100% und bleibt dort im Netzbetrieb auch.


Zweimal Windows und zweimal Probleme mit Treibern. Obwohl letztendlich zufriedenstellende Lösungen gefunden wurden, war der Weg dahin unfassbar nervig und hat mir gezeigt, dass a) die Hersteller immer noch plump versuchen den Kunden neue Hardware aufzudrängen, indem ein paar Jährchen alte Hardware einfach keine Treiber mehr bekommt und b) die Hersteller ihre eigenen Tools immer noch nicht in den Griff bekommen, jeweils zum Nachteil des Kunden.