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Twitter und das gefährliche Spiel mit der Timeline

Wenn man mich fragt, welches das Soziale Netzwerk meiner Wahl ist um Informationen zu erhalten und sich auszutauschen, gebe ich ohne zu zögern Twitter als Antwort.

Twitter setzte sich von Facebook dahingehend ab, dass man immer sicher sein konnte, dass jeder Tweet gleich behandelt wird. Es spielt keine Rolle, ob derjenige dem man folgt nur 10 oder aber 10 Millionen Follower hat, jeder Tweet wird angezeigt. Man hat sich schließlich einmal entschlossen beiden zu folgen und ist somit interessiert an neuen Tweets von beiden Personen.

Facebook dagegen ist immer aktiv dabei das "Erlebnis" Timeline zu verändern, natürlich nur zum Wohle des Nutzers, wie immer versichert wird. Man kann sich nie sicher sein, ob wirklich alle Ereignisse angezeigt wurden, oder nur die, die Facebook als geeignet empfand...

Doch leider bewegt sich auch Twitter mehr und mehr in diese Richtung. Nachdem Nutzer der offiziellen Twitter Apps und des Web Clients schon lange Promoted Tweets ertragen mussten, folgt die nächste Neuerung:

Additionally, when we identify a Tweet, an account to follow, or other content that's popular or relevant, we may add it to your timeline. This means you will sometimes see Tweets from accounts you don't follow. We select each Tweet using a variety of signals, including how popular it is and how people in your network are interacting with it. Our goal is to make your home timeline even more relevant and interesting.

Twitter Help Center

Nun werden also auch noch Tweets angezeigt, die von anderen favorisiert werden. Wozu also auch noch die Unterscheidung Favorit und Retweet, wenn schlussendlich beide in fremden Timelines landen? Ich verstehe nicht, welchen Sinn dies hat.

Man darf also gespannt sein und auch ein wenig Angst haben, wie Twitter in Zukunft den Service verschlimmbessern möchte. Gerade um die Manipulation der Timeline und das Ende der Gleichheit von Tweets mache ich mir die größten Sorgen.

Solange es diese Änderungen nicht in die API für Dritt-Apps schaffen (Tweetbot ist der Client meiner Wahl für iOS und Mac), muss ich diese - zumindest momentan - noch nicht miterleben.

Twitter Keeps Feeling Less and Less Like Twitter

Twitter used to be very simple and clear: you have 140 characters to write whatever is on your mind. When you post it, it gets shared with anyone who’s interested in what you have to say.
Now, it’s far different. Twitter now encourages adding a photo. Or two. Or many. What the hell is happening? Or apparently now a video as well. There’s a multitude of problems with all of this.

Twitter möchte unbedingt etwas sein, was die meisten Nutzer eigentlich gar nicht wollen. Twitter stand mal für Einfachheit und  Übersichtlichkeit, mittlerweile orientiert es sich immer weiter an Facebook und möchte ein vollwertiges Soziales Netzwerk sein.

Link:

App.net taumelt dem Ende entgegen

App.net startete Mitte 2012 mit großen Erwartungen und ebenso großen Hoffnungen. Das bessere Twitter mit weniger Beschränkungen, sowohl für Entwickler als auch für Nutzer sollte es sein. Doch dies ist nicht gelungen, teils aus eigenen Fehlern, teils auch unverschuldet. Während selbst Twitter für Einsteiger kompliziert und auf den ersten Blick sehr unübersichtlich ist, hat ADN überhaupt nichts getan um Interessierte und Neuanmelder bei der Hand zu führen. Dies führte schnell zu Frustration und zur Rückkehr zu Twitter. ADN konnte - obwohl viele Nutzer und Entwickler von Twitter-Apps ganz offensichtlich nicht zufrieden waren - nicht genügend Leute überzeugen zu wechseln.

riposte_adn
App: Riposte for App.net

Statt mit den eigenen Daten zu zahlen und Werbung zu erhalten einen Jahresbetrag für einen Dienst zu zahlen und genau dies zu vermeiden, ein solches Geschäftsmodell funktioniert heutzutage wohl nicht. (Zu) viele sahen einfach nur Twitter "kostenlos" und ADN $36/Jahr. Die Einführung einer kostenlosen Mitgliedschaft mit gewissen Einschränkungen (z.B. nur Folgen von bis zu 40 Accounts) kam entweder zu spät, oder war immer noch immer nicht attraktiv genug für die Masse. An den Apps kann es nicht gelegen haben. Netbot (von den Entwicklern von Tweetbot) und Riposte sind zwei fantastische Apps, die ich beide gerne genutzt habe.

Überhaupt habe ich ADN gerne genutzt. Längere Posts direkt lesen zu können ohne erst auf einen Link klicken zu müssen um diesen komplett zu sehen und eine API ohne Einschränkungen (z.B. bessere Darstellung von Antworten) waren klare Pluspunkte gegenüber Twitter. Doch natürlich lebt ein solches Netzwerk von Nutzern. Wer ADN startet und lediglich 3 seiner 30 Lieblings-Twitteraccounts wieder findet, der verliert schnell die Motivation. Dazu kam auch noch die Unsitte Twitter mit ADN zu synchronisieren. Nutzt man also Twitter und ADN gleichzeitig, durfte man also durch zahlreiche Tweets bzw. Posts die man schon auf der anderen Plattform gelesen hatte noch ein weiteres mal scrollen.

The good news is that the renewal rate was high enough for App.net to be profitable and self-sustaining on a forward basis. Operational and hosting costs are sufficiently covered by revenue for us to feel confident in the continued viability of the service. No one should notice any change in the way the App.net API/service operates. To repeat, App.net will continue to operate normally on an indefinite basis.

The bad news is that the renewal rate was not high enough for us to have sufficient budget for full-time employees. After carefully considering a few different options, we are making the difficult decision to no longer employ any salaried employees, including founders. Dalton and Bryan will continue to be responsible for the operation of App.net, but no longer as employees.

Additionally, as part of our efforts to ensure App.net is generating positive cash flow, we are winding down the Developer Incentive Program. We will be reaching out to developers currently enrolled in the program with more information.

Dalton Caldwell - App.net Blog

Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Aber: Keine bezahlten Mitarbeiter (nicht einmal mehr die Gründer), wenig Geld und noch weniger Motivation für Entwickler durch das Streichen des Bonus Programms. Das wird nicht mehr lange gut gehen. Wer wird angesichts dieser Zukunftsaussichten noch einmal seinen Account verlängern wollen?

Facebook's friend problem

Facebook is still far and away the best site for sharing photos with friends, but pretending that the acquaintances we’ve accumulated during life are our friends is an outdated way of thinking about social networking. Facebook — the identity service of our age — is not in grave danger, but its conventional ideas of a "friend feed" might be. People-watching will always be fun, and Facebook fills that need, but the future of social networking will likely look very different — filled with smaller, contextual places to share different kinds of things.

Facebook Gründer Mark Zuckerberg sieht sein Unternehmen als persönliche Zeitung mit Geschichten, Artikeln und Bildern von Freunden und Bekannten. Doch ist es das wirklich und möchte man das? Facebook macht es immer noch unnötig kompliziert gewisse Inhalte nur mit bestimmten "Freunden" zu teilen.

In den USA äußerst populäre Apps wie Snapchat machen es besser. Hier wählt man bei einer Statusmitteilung oder Upload eines Bildes direkt aus, wer diesen Inhalt sehen kann. Nur diese Leute sehen den Inhalt, kein anderer bekommt etwas mit. Privatsphäre und Kontrolle über seine Daten spielt in den Köpfen der Menschen wieder eine größere Rolle, aber trotzdem möchte man einerseits Leuten mit denen man jahrelang bei Facebook befreundet war nicht mit einer "Entfreundung" vor den Kopf stoßen, aber andererseits auch nicht, dass diese Personen alle Inhalte zu sehen bekommt.

Facebook muss Lösungen finden, irgendwann wird jeder vor solchen Problemen stehen.

Link: The Verge

Facebook Anonymous Login

Auf seiner Entwicklerkonferenz f8 hat Facebook gestern den Anonymous Login vorgestellt. Damit kann man sich auf Seiten die eine Anmeldung über Facebook anbieten einloggen und identifizieren, ohne dieser Seite Zugriff auf alle persönlichen Daten bei Facebook zu gewähren.

Damit möchte Facebook die Hemmschwelle senken sich mit dem Facebook Account auf Dritt-Seiten einzuloggen, was definitv eine bequeme Sache ist. Man muss sich kein neues Passwort ausdenken und merken, keine Emailbestätigung abwarten und kann direkt loslegen. Der "anonyme Login" kann auch für Apps genutzt werden die sich nur auf der Facebook Plattform befinden, z.B. Spiele.

Erasing that risk will make people even more comfortable using Facebook as their universal sign-in across the Web and app ecosystem. Which is great for Facebook as a utility; even if people aren’t visiting Facebook as often, they’re using it constantly to interact with other services. Though it’s allowing users to sign into third party services anonymously — by provided those services with a unique code that can’t be tied back to the person’s Facebook account — their use of those services won’t be anonymous to Facebook. Facebook the data broker will still know every service their users are signed up for, making them even more valuable to advertisers who want to target particular groups.

Kashmir Hill - Forbes

Allerdings sollte man bedenken, dass die Nutzung mitnichten anonym ist. Es werden lediglich keine Daten an den Seitenbetreiber oder die benutzte App weitergegeben. Facebook selber kann dennoch Nutzungsdaten einsehen und z.B. für Analysen nutzen.