Nach einigen Rückfragen zu meinem Email-Artikel, in dem ich über die Entscheidung zwischen Fastmail und Gmail gegrübelt habe, möchte ich folgend zum Abschluss dieses Themas aufzeigen, welche Gründe mich dazu bewegt haben wieder zu Fastmail zurückzukehren.

Mailbox, Inbox, Spark & Co - für mich Overkill

Eines der größeren Argumente für einen Wechsel zu Gmail war Mailbox. Mittlerweile habe ich aber für mich selber herausgefunden, dass ich solche Arten von Apps für die Verwaltung von Emails nicht benötige. Auch Google Inbox schlägt da in die selbe Kerbe, ist aber durch die natürlich tiefere Integration mit Gmail hilfreicher und mächtiger.

Doch all diese Apps sind für meinen ganz persönlichen Umgang mit Emails eigentlich gar nicht nötig, seitdem ich diesen radikal umgestellt habe. Bis Mitte letzten Jahres habe ich Emails nach dem Lesen im Posteingang belassen und sehr selten einmal in Ordner einsortiert. Kein Wunder, dass sich auf diese Art und Weise mehrere tausend Emails im Posteingang gesammelt haben und ich langsam aber sicher die Übersicht verloren habe. Deswegen war Mailbox für den Einstieg für mich sehr hilfreich um zu verstehen, dass ich ankommenden Emails grundsätzlich nach dem Durchlesen sofort entweder lösche, archiviere oder mit einer Erinnerung später darauf reagiere.

Dies habe ich auch nach dem Umzug zurück zu Fastmail (und somit wieder weg von Mailbox) grob für mich beibehalten. Mails die ich momentan nicht mehr benötige, aber zu schade / wichtig zum löschen sind, landen einfach im Archiv. Dies ist auch bei Fastmail dank guter Suchfunktion kein Problem, benötigte Emails fand ich bisher immer problemlos wieder.

Google Inbox und Mailbox sind seit dem Wechsel zu Fastmail für mich nicht mehr verfügbar, Spark wäre zwar möglich, mir reicht aber inzwischen vollkommen die Standard-iOS Mail App.

Datenschutz / Nachhaltigkeit

Anlässlich des Reboots von Google Fotos wurde in den letzten Wochen wieder verstärkt über Datenschutz und Privatsphäre bei Google und Facebook diskutiert. Auch ich hatte dazu ein bißchen geschrieben.

Anders als Alex vom iPhoneblog ist für mich das Produkt Email ein ganzes Stück privater und schützenswerter als Fotos. Damit mag ich aber deutlich in der Minderheit liegen, ich schieße ab und an zwar mal "peinliche" Fotos, aber praktisch nie Fotos die mich in irgendeiner Art und Weise erpressbar machen würden oder besonders persönlich sind. Auch habe ich keine Kinder und somit auch keine Fotos von ihnen in meiner Cloud, dann würde ich möglicherweise anders darüber denken. Deswegen habe ich mich im Bezug auf Emails viel mehr mit den Bereichen Datenschutz und Sicherheit befasst und intensiver darüber nachgedacht als bei Fotos.

Mehrere Domains / Familienkonto bei Fastmail

Wirklich bezahlt macht sich Fastmail bei der Möglichkeit eine unbegrenzte Anzahl an eigenen Domains zu einem Konto hinzuzufügen. Für $40 pro Jahr in der Stufe Enhanced kann ich jeder Domain die ich mir so schnappe einfach und sicher ein Email Konto hinzufügen. Damit entfällt die Pflicht sich für jede Domain für die man auch Email benötigt ein minderwertiges Email-Paket des jeweiligen Hosters zu buchen und ich habe alle Emails weiterhin unter einem Dach.

Auch Familienkonten sind bei Fastmail natürlich problemlos möglich, somit können mehrere Familienmitglieder mit jeweils eigenem Konto von der Familiendomain Emails empfangen und versenden. Dies ist sehr einfach und unproblematisch eingerichtet.

Kostet, ist aber den Preis wert

Zusammenfassend kann man sagen, dass Fastmail wirklich perfekt für meine und unsere Ansprüche ist. Auch wenn es sicher günstiger geht (z.B. Office 365), ist Fastmail von der Funktionalität und der einfachen Bedienung und Konfiguration meiner Meinung nach ungeschlagen. Wer es einfach haben möchte ist hier genau so gut aufgehoben, wie derjenige der gerne vieles selber konfigurieren möchte, was auf Wunsch ebenfalls möglich ist.