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Medium.com im Aufwind

Medium.com im Aufwind

Medium.com ist eine Plattform, auf der jeder kostenlos Inhalte (vorwiegend in Textform z.B. als Blog) publizieren und hosten lassen kann. Eine gute Lösung für alle, die sich um noch weniger technische Sachen als bei Wordpress kümmern wollen und sich eine einfach zu bedienende Texteingabe mit vielen Funktionen und Darstellungsmöglichkeiten wünschen. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass Medium.com auf dem falschen Weg war, doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet.

Die Möglichkeit eigene Domains für das Medium.com-Blog zu nutzen war ein sehr guter und wichtiger Grundstein, für das was nun passieren wird. Nachdem schon vor einiger Zeit verkündet wurde, dass The Ringer – das neue Projekt von Sport-Kolumnist Bill Simmons – über Medium.com laufen wird, kamen nun ein Schwung neuer Publikationen hinzu. Alles keine riesigen Seiten, wobei ‚The Awl‘, ‚Pacific Standard‘ und ‚Electric Literature‘ doch schon relativ bekannt sind. Auf jeden Fall ein Achtungserfolg für Medium.

Was für diese Publikationen den Ausschlag gab zu Medium.com zu wechseln? Nun, sie müssen sich jetzt nicht mehr um das Hosting der Webseite kümmern und sparen sich praktisch Frontend-Entwickler. Auch um die Vermarktung müssen sie sich nun keine Gedanken mehr machen, dies übernimmt Medium. Diese Werbepartner werden beispielsweise unter neuen Artikeln platziert, etwaige Werbeeinnahmen teilt sich Medium mit dem jeweiligen Publisher.

Die Kehrseite? Der Verlust der eigenen Individualität. Jeder Webseite ist anders und sollte auch anders aussehen. Selbst wenn eine Webseite vielleicht nicht ganz so schön aussieht, hat sie dennoch eine eigene Identität und einen Wiedererkennungswert. Dies geht Publikationen bei Medium.com (noch?) völlig ab. Obwohl es ein paar Möglichkeiten gibt das Design der Publikation anzupassen, sehen eigentlich alle Blogs dort gleich aus. Nur durch das Bild im Header wird ein bißchen Individualität geschaffen, mitten im Text oder auf der Startseite sieht jedes einzelne Blog relativ identisch aus.

Ich finde dies langweilig und hoffe nicht, dass dies die Zukunft des Webs ist. Während Wordpress als CMS natürlich auch seine Probleme und Schwachstellen hat, sehen damit erstelle Seiten wenigstens nicht alle gleich aus – dank der unzähligen Themes. Es ist vollkommen legitim, wenn Medium als persönliches Blog genutzt wird um alle paar Wochen mal Gedanken aufzuschreiben. Möchte man dies aber regelmäßig tun und ein Blog mit Wiedererkennungswert schaffen, ist dies momentan bei Medium nicht möglich. Gespannt darf man sein, ob Medium dies auch erkennt und in Zukunft weitere Tools bereitstellt, um ein Blog individueller zu gestalten, ohne dabei die positiven Aspekte der Einfachheit zu schwächen.

Immer diese Wordpress Plugins...

The MF website runs WordPress and is currently running a version of Revolution Slider that is vulnerable to attack and will grant a remote attacker a shell on the web server.

Panama Papers, die große Geschichte der letzten Woche. Doch wie gelangten die ganzen Dokumente und Emails überhaupt in die "falschen" Hände?

Ziemlich einfach. Die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca setzt für ihren Internetauftritt auf Wordpress und nutzt dabei das Wordpress Plugin Revolution Slider. Dieses Plugin hatte in der Vergangenheit schon öfter Schwachstellen, die dann auch ausgenutzt wurden. Offensichtlich wurde vergessen Revolution Slider regelmäßig zu aktualisieren, was offensichtlich auch das Eingangstor ins Netzwerk der Firma in diesem Fall war.

Internetauftritt (mit Wordpress), Kundenportal mit sensiblen Dokumenten und Email Server alle im selben Netzwerk. Kann man schon so machen, ist dann aber schlecht.

Link: Wordfence