Supertop – das kleine Entwicklerstudio, das mit der Podcast App Castro bekannt wurde und sich für die RSS App Unread verantwortlich zeichnet – hat mit Castro 2 den Nachfolger ihrer erfolgreichsten App veröffentlicht.

Das Alleinstellungsmerkmal von Castro 2 ist dabei die Art der Verwaltung von Apps. Die Idee dahinter ist, dass immer mehr Podcasthörer immer mehr Podcasts abonnieren und sich die einzelnen Folgen zum Hören herauspicken, statt alle Folgen eines Podcasts zu hören. Diesen Gewohnheiten kommt Castro 2 entgegen. Neue Podcastfolgen werden erstmal in einer Inbox aufgelistet. Hier hat man die Möglichkeit sich den Titel und Beschreibungstext der Episode durchzulesen und zu entscheiden, ob diese interessant erscheint oder nicht. Ist ersteres der Fall, legt man die Folge entweder an den Anfang oder ans Ende der Queue. Andernfalls kann diese Folge einfach archiviert werden. Episoden die in der Inbox landen, werden automatisch heruntergeladen.

Dies funktioniert alles wunderbar und jeder Bildschirm dieser App sieht – wie man es vom Entwicklerteam gewohnt ist – designtechnisch 1A aus. Leider verbergen sich die Schwächen im Hintergrund, vor allem in der technischen Implementierung. Während Overcast und Pocket Casts mit hervorragenden Audio Engines mit cleverem Smart Speed und automatischem Wegschneiden von Pausen bestückt sind, liegt Castro 2 gefühlt einige Jahre in diesem Bereich zurück. Die Audio Engine klingt zwar auch bei schnellen Wiedergabegeschwindigkeiten gut (wie es auch schon bei Castro 1 der Fall war), es fehlen aber einfach weitere Funktionen.

Ebenfalls traurig ist die Tatsache, dass eine relativ populäre Podcast App im Jahre 2016 erscheint ohne Unterstützung für Kapitelmarken anzubieten, ich hatte gedacht, man wäre hier schon weiter.

Insgesamt ist Castro 2 eine schön designte, intuitiv und einfach zu bedienende App. Wie auch bei Castro 1 scheint sich das Entwicklerteam weniger auf Power-User von Podcasts zu konzentrieren, dafür fehlen einfach zu viele Funktionen die heutzutage Standard sein sollten. Obwohl ich genau auf diese Weise meine Podcasts verwalte (viel abonnieren, viel aussortieren) werde ich Castro 2 – zumindest in dieser Form – nicht nutzen. Auch mit anderen Apps wie z.B. Pocket Casts lässt sich dieser Workflow einigermaßen gut und für mich zufriedenstellend nachbilden.